Deutschlands jüngster großer Nationalpark — gegründet 2015, über zwei Bundesländer.
Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald erstreckt sich auf 10.193 Hektar über Rheinland-Pfalz und das Saarland. Die Verwaltung nennt ihn selbst „eher der Grünschnabel unter den Nationalparks in Deutschland“ — er entstand 2015, Jahrzehnte nach den meisten anderen. Getragen wird er vom Nationalparkamt mit Sitz im „Bunker Erwin“ in Börfink.
Anders als etwa im Bayerischen Wald oder im Hainich steht hier noch kein fertiger Urwald. Der Hunsrück-Hochwald ist ein Entwicklungsnationalpark: „In einem bis zu 30-jährigen Zeitraum, d. h. bis zum Jahr 2045, sind entsprechende unterstützende Maßnahmen zulässig.“ Konkret heißt das Fichtenentnahme an den Rändern, Grabenverschluss in den Mooren — Anstöße, damit die Natur den Rest übernimmt.
Das spiegelt die Zonierung. Die Naturzone 1a ist echte Wildnis und „umfasst momentan ca. 58 % des Nationalparks“; sie soll binnen 30 Jahren auf 75 Prozent wachsen. Die Naturzone 1b sind Entwicklungsbereiche, die schrittweise überführt werden. Die Zone 2 ist Pflegezone und erhält wertvolle Biotope wie Arnikawiesen.
Was es zu schützen gibt, ist beachtlich: „Europas größtes Wildkatzenvorkommen ist hier an erster Stelle zu nennen.“ Dazu Schwarzstorch und Schwarzspecht, 1.400 Käferarten im Totholz, 17 Fledermausarten und 1.500 Pilzarten. Altholzreiche Buchenwälder mit eingestreuten Hangmooren machen etwa die Hälfte der Fläche aus; die Quell- und Hangmoore heißen im Hunsrück „Hangbrücher“.
Besucht wird der Park über drei Nationalpark-Tore: am Erbeskopf, dem mit 816 Metern höchsten Berg von Rheinland-Pfalz; am Keltenpark bei Nonnweiler, wo einer der eindrucksvollsten keltischen Ringwälle Europas steht; und an der Wildenburg bei Kempfeld mit ihrer Felsenlandschaft und dem Wildfreigehege. Dazwischen liegen sechs Traumschleifen, zehn Radwege und vier Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs.
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