„Natur Natur sein lassen“ ist das Motto des einzigen Nationalparks in Hessen.
Der Nationalpark Kellerwald-Edersee liegt in Nordhessen, zwischen Korbach, Bad Wildungen und Frankenberg. „Insgesamt 75 Berge und zahlreiche Täler prägen die Mittelgebirgslandschaft“ — aus der Luft ein wogendes Buchenmeer, durch das immer wieder das Blau des Edersees schimmert.
Das Land Hessen wies ihn 2004 mit 5.738 Hektar aus. Im Oktober 2020 kamen „die wertvollen und landschaftlich reizvollen Hangwälder im Norden und Osten des Edersees“ hinzu; heute misst der Park 7.688 Hektar. Der See selbst ist ein Stausee — geschützt ist der Wald an seinen Hängen.
Der Süden und der Norden unterscheiden sich deutlich. „Im Süden ist der Nationalpark geprägt von alten Hainsimsen-Buchenwäldern mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Altholz. Mit ihrer Unzerschnittenheit und Naturnähe zählen sie zu den wertvollsten Waldgebieten der europäischen Mittelgebirge.“ Auf der erweiterten Fläche im Norden wachsen dagegen Orchideen-Buchenwälder und trockenwarme Traubeneichenwälder.
Wie weit das Nichtstun hier schon trägt, sagt die Verwaltung selbst: Ziel ist natürliche Dynamik auf mindestens 75 Prozent der Fläche — „tatsächlich greifen wir heute bereits auf kleinster Fläche noch aktiv ein, im älteren Südteil des Nationalparks sogar nur auf 5 Prozent“. Das Ergebnis sind 36 Urwaldreliktarten, 19 der 22 hessischen Fledermausarten und sechs der zehn mitteleuropäischen Spechtarten.
2011 war ein doppeltes Jahr: Die UNESCO nahm ausgewählte Bereiche des Parks als eines von fünf deutschen Buchenwaldgebieten in die Welterbeliste auf, und die IUCN verlieh ihm die Kategorie II — „eine hohe und international renommierte Anerkennung, die wir als erster Nationalpark Deutschlands erhielten“.
Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ↗