„Der größte Waldnationalpark Deutschlands“ — 322 Quadratkilometer, so groß wie München.
Der Müritz-Nationalpark umfasst 322 km², also 32.200 Hektar, und schützt „die typisch mecklenburgische Wald- und Seenlandschaft im norddeutschen Tiefland östlich der Müritz“. Er entstand im Oktober 1990, in den Wochen der Wiedervereinigung — eine Idee, die bis in die 1950er Jahre zurückreicht und dann „nach kurzer Vorbereitungszeit“ Wirklichkeit wurde. Getragen wird er vom Nationalparkamt Müritz mit Sitz in Hohenzieritz.
Was ihn von den anderen 15 deutschen Nationalparks abhebt, ist das Wasser im Wald: „Die zahlreichen Seen und Moore machen ihn einzigartig.“ 107 Seen sind größer als ein Hektar, dazu kommen „über 400 Moore“ zwischen einem halben und mehr als fünf Quadratkilometern. Wald bedeckt 70 Prozent der Fläche, Seen 14 Prozent.
Der Wald selbst erzählt eine Geschichte von Übernutzung und Rückkehr. „Dreiviertel der Waldgebiete sind Kiefernwälder“ — gepflanzt auf Sandböden, die jahrhundertelange Nutzung ausgelaugt hatte. Sich selbst überlassen, verwandelt sich das langsam zurück: Der Eichelhäher trägt Eicheln ein, aus Nadelwald wird Laubwald, und am Ende steht wieder die Buche.
Wie das aussieht, wenn es fertig ist, zeigt der Osten des Parks. Rund um den kleinen Ort Serrahn haben alte Buchenwälder überdauert; 2011 erkannte die UNESCO sie als Weltnaturerbe an — als eines von fünf deutschen Gebieten neben Jasmund, Kellerwald, Hainich und der Schorfheide-Chorin. Zusammen mit 94 Waldgebieten aus 18 europäischen Ländern bilden sie „die größte serielle Welterbestätte weltweit“.
Besucht wird der Park zu Fuß, mit dem Rad und im Kanu: über 450 Kilometer Wanderwege, 270 Kilometer Radwanderwege, dazu Wasserwanderstrecken auf der jungen Havel. Motorboote, Segeln, Surfen und Tauchen sind auf den Nationalparkgewässern verboten, Drohnen im ganzen Park. In Kern- und Pflegezone gilt striktes Wegegebot — was bleibt, ist ein Gebiet, in dem Seeadler, Fischadler und Kraniche zu Hause sind.
Müritz-Nationalpark — Zahlen und Fakten ↗