Grasslands schützt einen Ausschnitt der kanadischen Mischgrasprärie — eine Landschaft, die anderswo unter dem Pflug verschwunden ist.
Die Gestalt des Landes stammt aus der letzten Eiszeit. Vor mehr als 10.000 Jahren schmolz das Eis in zwei Lappen; weil der nördliche höher lag, floss das Schmelzwasser nach Süden und wurde vom südlichen Lappen gestoppt. Am Eisrand grub sich ein Strom in den Boden — das heutige Frenchman-River-Tal. Der Abfluss schuf Coulees, Buttes und Bäche. Der Frenchman River fließt nach Süden und gehört zum Einzugsgebiet des Missouri.
Prägend ist das Wasser, genauer: sein Fehlen. Wenig Niederschlag schafft die Bedingungen für Prärie. Typisch sind Blaugrama, Nadelgras, der Feigenkaktus, der nur nachts atmet, und die Gumbo-Nachtkerze, deren Blüten binnen eines Tages die Farbe wechseln. Kennzeichen dieses Ökosystems ist, dass keine Art dominiert.
Im Ostblock liegen die Badlands von Rock Creek und das Wood-Mountain-Hochland. Hier tritt die Kreide-Tertiär-Grenze zutage, eine dünne weiße Schicht im Boden, die das Zeitalter der Dinosaurier vom Zeitalter der Säugetiere trennt. Die Fossilien reichen 60 bis 80 Millionen Jahre zurück; erst kürzlich wurde hier eine neue Art urzeitlicher Vögel beschrieben, Brodavis americanus.
Der Park ist jung und noch nicht vollständig. Ab 1963 setzten sich Naturschützer für ein Schutzgebiet ein; 1981 unterzeichneten Kanada und Saskatchewan die Gründungsvereinbarung, 1988 eine überarbeitete Fassung, und am 19. Februar 2001 wurde Grasslands offiziell zum Nationalpark erklärt. Die vorgesehene Fläche umfasst rund 900 Quadratkilometer, gekauft wurden bislang etwa 80 Prozent — nur von Eigentümern, die verkaufen wollen.
Die Mischgrasprärie ↗