Gros Morne ist seit 1973 Nationalpark und umfasst 1.805 Quadratkilometer an der Westküste Neufundlands — einen Ausschnitt der Western Newfoundland Highlands und den östlichen Teil des Sankt-Lorenz-Tieflands.
Der Park ist der einzige Nationalpark, der die Western Newfoundland Highlands vertritt, und das größte Schutzgebiet in dieser Naturregion. Laut Parkverwaltung gehören 284 Kilometer abwechslungsreiche Küste dazu, ein vom Sankt-Lorenz-Golf geprägtes Klima und eine Landschaft, die Vergletscherungen der letzten zwei Millionen Jahre geformt haben.
Daraus entsteht eine große Vielfalt: arktisch-alpine Tundra auf dem Plateau, borealer Wald mit Balsamtanne an den Hängen und in den Tälern, ausgedehnte Serpentinit-Ödflächen und große Feuchtgebiete. Fast die Hälfte des Parks ist Wald.
Auf Neufundland leben wegen der Insellage nur vierzehn heimische Landsäugetiere und keine heimischen Amphibien oder Reptilien. Viele Arten haben sich über Jahrtausende zu eigenen Unterarten entwickelt. Eingeschleppte Arten wie der Elch setzen ihnen zu.
Seit 2020 breitet sich im Park der Fichtenknospenwurm aus, eine heimische Mottenart, deren Raupen Tannen und Fichten kahl fressen. Die Parkverwaltung hat nach einer Prüfung durch 14 Fachleute und einer öffentlichen Anhörung entschieden, den Park nicht in das Sprühprogramm der Provinz aufzunehmen: Solche Ausbrüche gehören zum natürlichen Zyklus des borealen Waldes.
1987 wurde Gros Morne UNESCO-Welterbe. Ausschlaggebend waren die außergewöhnliche Schönheit und Gesteinsformationen wie die Tablelands, Green Point, Green Gardens und Western Brook Pond, die wichtige Stufen der Erdgeschichte zeigen.
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