Kejimkujik ist ein Park aus Wasser: flache, moorbraune Seen, verbunden durch langsame Flüsse und Portagen — genau das Netz, auf dem die Mi’kmaq seit Jahrtausenden unterwegs sind.
Die Form der Landschaft stammt aus der letzten Eiszeit, die vor 100.000 bis 80.000 Jahren begann. Das Eis schürfte die Böden ab und löffelte aus weichem Schiefer die Seebecken aus; zurück blieben Drumlins, Esker, Findlinge und flache Seen. Die Drumlins zeigen alle nach Südosten — die Richtung, aus der das Eis kam. Das Gestein ist arm: Quarzit und Schiefer aus dem Präkambrium bis Ordovizium, dazu Granit aus dem Devon.
Wie viel Wasser das genau ist, sagt die Parkverwaltung unterschiedlich: Die Seite zu den Lebensräumen nennt einmal rund 15 Prozent der Parkfläche für Seen und Flüsse und wenige Absätze später rund 12 Prozent für Süßwasser insgesamt; die Geologieseite bleibt bei 15 Prozent. Sicher ist: 46 Seen und Teiche und über 30 Bäche und Flüsse, fast alle im Einzugsgebiet des Mersey River.
Der Wald ist akadischer Mischwald, Übergangszone zwischen Süden und Norden. Zweihundert Jahre Holzwirtschaft haben ihn verändert; erst die Parkgründung 1974 beendete den Einschlag. Geblieben sind Inseln aus altem Bestand: Hemlockhaine, in denen 350 Jahre alte Bäume stehen, und Laubwälder auf den Drumlins, die man am Peter Point und an der Portage E sieht. Unter den Hemlocks wächst wegen des dichten Kronendachs fast nichts außer Moosen — und seltenen Orchideen.
1995 wurde der Park zusätzlich zur nationalen historischen Stätte erklärt, als erster Nationalpark Kanadas mit dieser Doppelrolle. Zwei Gedenktafeln, eine auf Englisch und Französisch, eine auf Mi’kmaw, wurden am 1. Oktober 2000, dem Treaty Day, enthüllt. Das Denkmal dafür hat Jean Augustine-McIsaac entworfen; seine Form folgt dem spitzen Hut der Mi’kmaw-Frauen, der in den Petroglyphen des Parks immer wieder vorkommt.
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