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Kanada

Nunavut · Ellesmere Island

Quttinirpaaq Nationalpark

„Land ganz oben auf der Welt“ — 37.775 Quadratkilometer Hocharktis, erreichbar nur mit einem gecharterten Flugzeug.

Originalquellen44Amtliche Seiten und Betreiberangaben
Verortete Orte11Zugänge und Ausgangspunkte mit Koordinaten
ProvinzNunavutNunavut · Ellesmere Island
QuellenstandJede Angabe führt zur amtlichen Quelle. Preise und Zeiten vor der Fahrt dort gegenprüfen.Zuletzt geprüft: 20.09.2026

Der Quttinirpaaq Nationalpark: Landschaft und Entstehung

Was den Park ausmacht — belegt aus den Angaben der Parkverwaltung.

Quttinirpaaq heißt auf Inuktitut „Land ganz oben auf der Welt“. Der Park schützt die östliche Hocharktis Kanadas: Eiskappen, abgetragene Berge, Polarwüste — und dazwischen eine Wärmeinsel.

Mehr als ein Drittel der Fläche liegt unter Eis. Die Eisfelder sind bis zu 900 Meter dick, aus ihnen ragen Nunatait auf, isolierte Berge von über 2.500 Metern. Unter dem gesamten Park liegt durchgehender Permafrost; die auftauende Schicht ist dünn, weshalb Pflanzen nur dort wachsen, wo Feuchtigkeit bleibt. In den Bergen dominieren Seggen, Gräser, Moose und Flechten.

Das Becken des Lake Hazen ist die Ausnahme. Geschützt von südlich ausgerichteten Bergen, versorgt von Gletscherwasser und beeinflusst vom Westgrönlandstrom, ist es wärmer und feuchter als alles ringsum. Hier liegen ausgedehnte nasse Tundrawiesen, hier leben Schneehase, Lemming, Hermelin, Polarfuchs, Polarwolf, Moschusochse und Peary-Karibu, dazu Schneegänse, Sterntaucher, Eiderenten, Alpenschneehuhn, Schneeammer, Steinwälzer und Regenpfeifer.

Die Parkverwaltung schreibt einen Satz, der viel über diesen Ort sagt: Die Tiere sind Menschen so wenig gewohnt, dass sie keine Furcht zeigen. Füchse und Wölfe können aus Neugier näher kommen — und Tollwut übertragen. Moschusochsen greifen an, wenn sie sich bedroht fühlen.

Drei Arten stehen unter besonderer Beobachtung: Porsilds Bryum, ein Moos, gilt als gefährdet; der Eisbär als potenziell gefährdet; das Peary-Karibu als gefährdet, mit dem Klimawandel als größter Bedrohung. Menschen sind hier seit Jahrtausenden unterwegs — archäologische Fundstellen reichen bis zu 4.000 Jahre zurück, oft als Zeltringe, Fuchsfallen und Vorratsdepots, für ungeübte Augen kaum zu erkennen.

Ökosysteme und Lebensräume ↗

Quttinirpaaq besuchen: Überblick und Planung

Ein Park, den man nicht spontan betritt.

1

800 Kilometer nördlich von Resolute Bay

Der Park liegt auf Ellesmere Island in der Region Qikiqtaaluk. Die Seite „Besuch planen“ nennt 800 Kilometer Entfernung von Resolute Bay, die Seite zu den Einrichtungen 720 Kilometer. Linienflüge gehen nur bis Resolute Bay; den Rest fliegt ein Charter.

Besuch planen ↗
2

Anmeldung ist Pflicht

Jede Tour in den Park muss vorher angemeldet und nach der Rückkehr wieder abgemeldet werden. Bei der Anmeldung gibt es eine Einweisung zu Route, Wetter, Wasserständen, Sperrungen und aktuellen Eisbärensichtungen.

Besucherregeln ↗
3

Selbstständig und erfahren

Die Einrichtungen im Park sind begrenzt. Die Parkverwaltung verlangt ausdrücklich, dass Besucher erfahren und auf sich selbst gestellt zurechtkommen. Die meisten kommen mit einem Veranstalter für ein bis zwei Wochen.

Einrichtungen und Ausrüstung im Park ↗
4

Ganzjährig offen, aber nur kurz betreut

Der Park ist das ganze Jahr geöffnet. Die Stationen Tanquary Fiord und Lake Hazen sind nur in der Feldsaison von Anfang Juni bis Ende Juli besetzt. Das Büro in Resolute ist werktags von 8:30 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr erreichbar.

Betriebszeiten und Feldsaison ↗

Beste Reisezeit und Licht

Zwischen 24 Stunden Tag und 24 Stunden Nacht liegt kaum ein Übergang.

Ende Mai bis Mitte August

Das ist nach Angabe der Parkverwaltung die beste Zeit für einen Besuch. Von Mai bis August ist es 24 Stunden hell, von November bis Februar 24 Stunden dunkel; der Wechsel geht schnell.

Wetter und beste Reisezeit ↗

Frühjahr für Skitouren

April und Mai gelten als gute Zeit für Skidurchquerungen, weil das Wetter dann vergleichsweise beständig ist. Wer zu dieser Zeit unterwegs ist, muss sich im Fall einer Rettung mehrere Tage selbst versorgen können.

Skidurchquerungen im Frühjahr ↗

Mitte Juli bis 1. August sind Sperrungen möglich

Die Flüsse werden von Gletschern gespeist; in warmen Jahren steigen sie hoch und bleiben lange hoch. Die Parkverwaltung hat deshalb Teile des Parks in diesem Zeitraum schon gesperrt, darunter Gletscherzungen und Furten.

Flussquerungen ↗

Polarwüste mit warmen Tagen

Der Park ist eine Polarwüste: kalt, trocken, wenig Niederschlag. Die Winter zählen zu den kältesten Kanadas. Die kurzen Sommer können überraschend warm werden, vor allem am Lake Hazen. Die Küsten sind kühler und feuchter als das Innere.

Klima der Hocharktis ↗

Schnee jederzeit

Das Wetter schlägt abrupt um und kann Temperatur und Sicht für mehrere Tage verändern. Whiteout ist zu jeder Jahreszeit möglich. Die Parkverwaltung formuliert es knapp: Sei jederzeit und überall auf Schnee vorbereitet.

Wetter, Unterkühlung, Erfrierung ↗

Anreise: drei Flüge bis zum Ziel

Ottawa, Montréal oder Yellowknife — Iqaluit — Resolute Bay — Charter.

Bis Resolute Bay

Canadian North fliegt nach Iqaluit ab Ottawa, Montréal und Yellowknife und von dort planmäßig weiter nach Resolute Bay. Resolute Bay ist der Ausgangspunkt für alle Reisen in den Park.

Anreise über Resolute Bay ↗

Der Charter

Kenn Borek Air fliegt Charter mit einer Twin Otter von Resolute Bay in den Park. Die Chartergesellschaften sind im Sommer stark ausgelastet — die Parkverwaltung rät, lange im Voraus zu buchen.

Anreise über Resolute Bay ↗

Über einen Veranstalter

Der Transport lässt sich auch über einen lizenzierten Veranstalter organisieren. Die Parkverwaltung nennt Black Feather in Ontario und Northwinds Arctic Adventures in Iqaluit; Anbieter vor Ort in Resolute und Grise Fiord sind zu weit entfernt, um in den Park zu fahren.

Lizenzierte Anbieter und Veranstalter ↗

Brennstoff und Abwehrmittel

Bärenabwehrmittel und viele Schreckgeräte dürfen nicht ins Flugzeug. Benzin für den Kocher kauft man am besten in Resolute Bay oder Grise Fiord und lässt den Rest dort; Outfitter und die Jäger- und Fallenstellerorganisationen nehmen ihn oft ab.

Anreise mit Brennstoff und Abwehrmitteln ↗

Fracht braucht Zeit

Wer Ausrüstung aus dem Ausland schickt, muss nach Angabe der Parkverwaltung zusätzlich vier bis sechs Wochen für den Zoll einplanen. Und: Das Wetter im Norden bestimmt den Fahrplan, nicht der Kalender.

Anreise über Resolute Bay ↗

Gebühren und was der Flug kostet

Alle Beträge in kanadischen Dollar, abgerufen bei Parks Canada am 20.09.2026.

Genehmigung statt Eintritt

In den nördlichen Parks gibt es keinen Tageseintritt, sondern eine Genehmigung pro Person: 17,75 $ für einen Tag ohne Übernachtung, 37,00 $ je Nacht oder 259,00 $ für ein Jahr. Sie gilt in elf Parks, unter anderem in Aulavik, Auyuittuq, Ivvavik, Nahanni, Sirmilik, Tuktut Nogait, Vuntut, Qausuittuq und Ukkusiksalik.

Parks Canada: Gebühren ↗

Der Charterflug

Ein Rückflug von Resolute Bay nach Tanquary Fiord kostet nach Angabe der Parkverwaltung etwa 70.000 $, je nach Spritpreis; andere Ziele im Park kosten zusätzlich. Eine Twin Otter nimmt acht bis neun Personen und bis zu 1.200 Kilogramm mit. Die Kosten teilt sich also eine Gruppe.

Anreise über Resolute Bay ↗

Weatherhaven am Tanquary Fiord

Das feste Quartier des Parks kostet 37,25 $ pro Nacht bei Einzelbelegung und 31,00 $ bei Doppelbelegung. Es gibt eine Einheit mit vier Doppelzimmern, Reservierung ist nötig, gekocht wird im Küchenzelt nebenan.

Parks Canada: Gebühren ↗

Jugendliche zahlen nichts — fast

Seit dem 1. Januar 2018 ist der Eintritt für Jugendliche bis 17 Jahre in allen Parks von Parks Canada frei. Die Genehmigung für Hinterland und Übernachtung in den nördlichen Parks ist davon ausdrücklich ausgenommen.

Parks Canada: Gebühren ↗

Medizinische Rückholung zahlst du selbst

Wer nicht in Nunavut wohnt, trägt die Kosten eines Krankentransports selbst; ein Rettungsflug wird in voller Höhe in Rechnung gestellt. Das Gesundheitsministerium des Territoriums empfiehlt Besuchern eine Reiseversicherung.

Anreise mit Brennstoff und Abwehrmitteln ↗

Offizielle Gebühren prüfen ↗

Was du im Park unternehmen kannst

Es gibt keine Wege — nur Routen.

Film der Parkverwaltung

Discovering the Microscopic World of Quttinirpaaq National Park

Knapp vier Minuten von Parks Canada, aus dem Jahr 2012: Ein Forscher der Université Laval arbeitet seit zwölf Jahren auf Ward Hunt Island und zeigt, wie viel Leben in einer Landschaft steckt, die auf den ersten Blick steril wirkt. Das Transkript steht auf der Naturseite des Parks. Englisch.

Quelle: Parks CanadaKanal ansehen ↗

Wandern

Ab der Station Tanquary Fiord sind Tagestouren und mehrtägige Trekkings möglich. Die bekannteste Route ist eine neun- bis zehntägige Runde um die Eiskappen Ad Astra und Viking; daneben gibt es mehrere Touren von drei bis fünf Tagen. Angelegte Wege gibt es im ganzen Park nicht.

Wandern ab Tanquary Fiord ↗

Der Muskox Way

Die Parkverwaltung nennt einen 4.500 Jahre alten Weg, dem schon frühere Bewohner folgten. Dazu kommen Fundplätze rund um den Kettle Lake, für die es einen eigenen Rundgang als Broschüre gibt.

Aktivitäten im Park ↗

Skitouren

Tausende Quadratkilometer Gletscher und Skigelände, dazu zahllose unbestiegene Gipfel. Wer starke Fähigkeiten in Skitour, Gletscherbegehung und Lawinenkunde mitbringt, kann den Barbeau Peak erreichen oder eine Eiskappe durchqueren.

Skidurchquerungen im Frühjahr ↗

Gletscher

Weil es kalt und trocken ist, bewegen sich die Gletscher langsam; Spalten und Eisbrüche sind seltener als weiter südlich. Gefährlich bleiben sie trotzdem. Bergführer in Gletscher- und technischem Gelände brauchen die volle Zertifizierung nach ACMG oder IFMGA.

Berge, Gletscher, Lawinen ↗

Nordpol

Ellesmere Island ist seit dem späten 19. Jahrhundert Ausgangspunkt für Nordpolversuche. Wer von Parkgebiet aus startet — Ward Hunt Island, McClintock Inlet oder Cape Columbia —, muss das Parkbüro in Iqaluit informieren und unter Umständen dort persönlich an einer Einweisung teilnehmen.

Aufbruch zum Nordpol ↗

Natur und Geschichte

Eisschilde, Polarwüste — und mittendrin eine Oase.

Zweitgrößter Nationalpark Kanadas

Quttinirpaaq wurde 1988 eingerichtet und schützt 37.775 Quadratkilometer der östlichen Hocharktis. 36 Prozent der Fläche liegen unter Gletschern und Eiskappen; die Eisfelder werden bis zu 900 Meter dick.

Wissenschaft und Naturschutz ↗

Der höchste Berg im Osten Nordamerikas

Aus den Eisfeldern ragen Nunatait auf, isolierte Berge, die ringsum von Eis umschlossen sind — über 2.500 Meter hoch. Der Barbeau Peak misst 2.616 Meter und ist der höchste Berg im Osten Nordamerikas.

Ökosysteme und Lebensräume ↗

Die Oase am Lake Hazen

Das Becken des Lake Hazen ist wärmer und feuchter als seine Umgebung: Gletscherwasser, südlich ausgerichtete Berge und der Westgrönlandstrom lassen hier Wiesen und arktische Blumen wachsen. Schneehasen sammeln sich zu Hunderten, dazu kommen kleine Herden von Moschusochsen und Peary-Karibus, einzelne Polarwölfe und Polarfüchse und rund 30 Zugvogelarten.

Ökosysteme und Lebensräume ↗

Ein einziger Süßwasserfisch

Der Seesaibling ist die einzige Süßwasserfischart des Parks; in kleineren Gewässern leben nur Wirbellose. Auf den Schelfeisflächen im Norden bilden sich Epischelf-Seen mit eigenen Mikroorganismen. Im Meer — rund 2.375 Quadratkilometer gehören dazu — leben nur Arten, die mit dauerhaftem Packeis zurechtkommen: Ringelrobbe, Bartrobbe, Narwal, Eisbär.

Ökosysteme und Lebensräume ↗

Gemeinsam verwaltet

Der Park wird gemeinsam mit den Inuit verwaltet; der Managementplan von 2023 stützt sich auf das Nunavut-Abkommen und das Inuit Impact and Benefit Agreement. Inuit Qaujimajatuqangit — das überlieferte Wissen — fließt über sechs Leitprinzipien in die Entscheidungen ein, darunter Avatittinnik Kamattiarniq, die Sorge für die Umwelt.

Managementplan 2023 ↗

Karte und Orte im Park

Elf Punkte, jeder an einem OpenStreetMap-Objekt belegt.

Orte im Park
Luftbild auf das Ende eines Fjords: dunkles Wasser, davor eine flache Schotterebene mit Landepiste, ringsum kahle Berge
Foto: Ansgar Walk ↗ · CC BY-SA 2.5 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt

Tanquary Fiord

Die Station am Kopf des Fjords ist für fast jeden Besuch Anfang und Ende — mit Schotterpiste, Küchenzelt und einem kleinen Museum.

Koordinaten
81.400042, −76.821864
Besetzt
Anfang Juni bis Ende Juli
Quartier
Weatherhaven mit vier Doppelzimmern
Küche
Gemeinschaftszelt mit Gasherd
Wasser
aus dem Bach, abkochen
Notfall
Funkgerät und Rettungsausrüstung im Gebäude
Einrichtungen und Ausrüstung im Park ↗
Eine rot-weiße Twin Otter steht auf einer Schotterpiste zwischen Fassreihen, dahinter ein Fjord und vergletscherte Berge
Foto: Ansgar Walk ↗ · CC BY-SA 2.5 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt

Die Twin Otter

Es gibt keinen Linienflug in den Park. Wer hinwill, chartert in Resolute Bay ein Flugzeug — und teilt sich die Rechnung.

Maschine
De Havilland DHC-6 Twin Otter
Plätze
acht bis neun Personen
Zuladung
bis 1.200 Kilogramm
Kosten
rund 70.000 $ für den Rückflug
Anbieter
Kenn Borek Air ab Resolute Bay
Rat der Verwaltung
früh buchen, im Sommer ist alles ausgelastet
Anreise über Resolute Bay ↗
Der zugefrorene Lake Hazen mit aufgebrochenen Eisschollen, dahinter eine langgezogene Bergkette unter tief hängenden Wolken
Foto: Ansgar Walk ↗ · CC BY-SA 2.5 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt

Lake Hazen

Die Wärmeinsel des Parks: einer der größten Seen nördlich des Polarkreises, mit Wiesen und mehr Tieren als überall sonst hier.

Koordinaten
81.794152, −71.149858
Station
Hazen Camp, 81.824343, −71.320541
Besonderheit
wärmer und feuchter als die Umgebung
Grund
Gletscherwasser, Bergschutz, Westgrönlandstrom
Tiere
Schneehasen zu Hunderten, Moschusochsen, Karibus
Forschung
Langzeitprojekte zu Klima und Schadstoffen
Ökosysteme und Lebensräume ↗
Blick vom Gipfel über verwehte Schneerücken auf ein weites Eisfeld, darüber die tief stehende Sonne am blauen Himmel
Foto: FiLo X ↗ · CC BY-SA 3.0 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt

Barbeau Peak

Der höchste Berg im Osten Nordamerikas — und nach Angabe der Parkverwaltung ein Ziel für die wenigen, die im Frühjahr auf Skiern kommen.

Höhe
2.616 Meter
Koordinaten
81.926674, −74.986694
Beste Zeit
April und Mai
Voraussetzung
Skitour, Gletscher, Lawinenkunde
Umgebung
zahllose unbestiegene Gipfel
Rettung
kann eine Woche oder länger dauern
Skidurchquerungen im Frühjahr ↗
Zwei Zelte eines Feldlagers auf brauner Tundra, dahinter die weiße Fläche des Schelfeises und ferne Berge
Foto: Matti&Keti ↗ · CC BY-SA 4.0 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt

Ward Hunt Island

Die Insel am Nordrand des Parks: Forschungslager, Notfunkgerät — und für manche der letzte Halt vor dem Packeis.

Koordinaten
83.099573, −74.208319
Lage
Nordküste von Ellesmere Island
Forschung
Langzeitstudien seit Jahrzehnten
Nordpol
Startpunkt; Meldung in Iqaluit nötig
Telefon Iqaluit
867-975-4673
Notfunk
im Gebäude vorhanden
Aufbruch zum Nordpol ↗
Orientierung vor Ort

Orte im Park

Wähle einen Ort, um seine Lage und Anreisehinweise zu sehen.

Belegte Standorte aus den verlinkten Originalquellen. Die Karte zeigt keine Fahrstrecken, Wegverläufe oder Parkgrenzen. Die Verbindung zwischen zwei Punkten ist keine Zufahrtsfreigabe.

Übernachten im Park

Ein festes Quartier — sonst das eigene Zelt.

Weatherhaven

Am Tanquary Fiord steht eine isolierte Zelthütte mit festem Boden: zwei Hälften mit je zwei Doppelzimmern und einem Wohnbereich mit Sofa, Schreibtisch und Ofen. Bettzeug ist dabei, Lampen auch. Es gibt weder Bad noch Küche in der Einheit.

Übernachten im Park und in den Gemeinden ↗

Was nebenan steht

Plumpsklos und eine Solardusche, ein voll ausgestattetes Küchenzelt mit Gasherd, Töpfen und Geschirr, ein Besucherzentrum mit Strom zum Laden, Picknicktische, Bänke mit Aussicht und ein kleines Museum mit Fundstücken der Forschung am Tanquary Fiord aus den 1960er Jahren.

Übernachten im Park und in den Gemeinden ↗

Wasser aus dem Bach

Wasser holt man aus dem Bach hinter dem Küchenzelt; die Parkverwaltung rät, es vorher abzukochen. Im Hinterland gilt: fein filtern unter 0,5 Mikrometer, chemisch behandeln oder abkochen.

Sicher zelten ↗

Zelten überall — fast

Feste Zeltplätze gibt es nicht. Man darf überall zelten, außer an archäologischen Fundplätzen, in besonders geschützten Bereichen, in Steinschlagzonen und in möglichen Lebensräumen von Wildtieren. Sedimentwiesen meiden, Untergrund ohne Bewuchs bevorzugen.

Übernachten im Park und in den Gemeinden ↗

Kein Feuer

Offenes Feuer ist im Park verboten. Gekocht wird auf dem Kocher mit Waschbenzin. Das Zelt muss Kälte und starken Wind aushalten; Gräben ums Zelt und Windmauern aus Steinen sind nicht erlaubt.

Besucherregeln ↗

Was der Park von dir verlangt

Hier steht, was in anderen Parks Empfehlung ist, als Bedingung.

Flussquerungen sind die größte Gefahr

Die Parkverwaltung nennt sie ausdrücklich das größte Risiko für Sommerbesucher. Die Flüsse kommen von Gletschern: Ihr Wasserstand ändert sich im Tagesverlauf und von Tag zu Tag. In warmen Phasen ist er zwischen 2 und 7 Uhr morgens am niedrigsten. Man muss darauf eingestellt sein, Stunden oder Tage zu warten.

Flussquerungen ↗

Eisbären überall möglich

Begegnungen sind selten, aber im ganzen Park und zu jeder Jahreszeit möglich — auch auf Gletschern. Am größten ist die Wahrscheinlichkeit an der Küste. Je größer die Gruppe, desto geringer das Risiko. Der Park hält Abwehrmittel für Besucher bereit, weil sie im Norden kaum zu kaufen und im Flugzeug verboten sind.

Sicherheit im Eisbärengebiet ↗

Der Kompass hilft nicht

Quttinirpaaq liegt im Bereich, in dem der Kompass unzuverlässig ist. GPS ist das Mittel der Wahl — mit Ersatzgerät, warm gehaltenen Batterien und passenden Karten. Topografische Karten muss man vor der Anreise kaufen; 1:250.000 zum Planen, 1:50.000 zum Navigieren.

Navigation ohne Kompass ↗

Satellitentelefon, kein SPOT

Iridium-Geräte haben die zuverlässigste Abdeckung; InReach wird empfohlen, SPOT funktioniert in dieser Breite nicht. Satellitentelefone sind in Nunavut nicht zu bekommen und müssen mitgebracht werden. In den Gebäuden am Tanquary Fiord, am Lake Hazen und auf Ward Hunt Island stehen Notfunkgeräte.

Kommunikation im Park ↗

Rettung dauert

Quttinirpaaq gehört zu den abgelegensten Parks Nordamerikas; die Rettungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Für technische Bergungen muss Hilfe von außerhalb Nunavuts kommen. Wird eine Gruppe vermisst, weil sie sich nicht abgemeldet hat, beginnt die Suche unter Umständen erst 48 Stunden nach dem Rückkehrdatum. Der Notruf lautet 1-780-852-3100.

Notfall und Rettung ↗

Resolute Bay und Grise Fiord

Die beiden Gemeinden, über die jede Reise läuft.

Resolute Bay

Der Ort ist der nächste Flughafen mit Linienverkehr und damit der Anfang jeder Reise. Übernachten kann man im South Camp Inn oder im North Camp am Flughafen.

Übernachten im Park und in den Gemeinden ↗

Grise Fiord

Die nördlichste Gemeinde Kanadas mit rund 150 Einwohnern, auf Inuktitut Ausuittuq — „der Ort, der nie schmilzt“. Sie liegt etwa 360 Kilometer nordöstlich von Resolute Bay an der Südküste von Ellesmere Island; Kenn Borek Air fliegt dorthin.

Anreise über Resolute Bay ↗

Anbieter vor Ort

Für den Park sind beide Gemeinden zu weit entfernt. Anbieter vor Ort führen aber Touren in die Umgebung — Tierwelt, Kultur und Geschichte der Hocharktis sind innerhalb eines Tagesausflugs erreichbar.

Lizenzierte Anbieter und Veranstalter ↗

Andere Parks in Nunavut

Parks Canada betreibt im Territorium außerdem Auyuittuq, Qausuittuq, Sirmilik und Ukkusiksalik sowie die Stätte der Wracks von HMS Erebus und HMS Terror.

Parkverwaltung: Quttinirpaaq ↗

Häufige Fragen zum Quttinirpaaq Nationalpark

Kurz beantwortet – jede Antwort mit ihrer Quelle.

Wie komme ich nach Quttinirpaaq?

Mit drei Flügen. Canadian North fliegt ab Ottawa, Montréal oder Yellowknife nach Iqaluit und weiter nach Resolute Bay. Von dort geht es nur per Charter weiter: Kenn Borek Air fliegt mit einer Twin Otter in den Park. Eine Straße gibt es nicht, einen Linienflug in den Park auch nicht.

Anreise über Resolute Bay ↗

Was kostet ein Besuch?

Die Genehmigung kostet 17,75 $ am Tag ohne Übernachtung, 37,00 $ je Nacht oder 259,00 $ im Jahr, jeweils pro Person. Der Rückflug von Resolute Bay nach Tanquary Fiord kostet nach Angabe der Parkverwaltung etwa 70.000 $ je nach Spritpreis — für die ganze Maschine mit acht bis neun Plätzen.

Parks Canada: Gebühren ↗

Muss ich mich anmelden?

Ja. Jede Tour in den Park muss vorher angemeldet und nach der Rückkehr abgemeldet werden. Bei der Anmeldung gibt es eine Einweisung. Wer sich nicht abmeldet, löst unter Umständen eine Suche aus — die aber erst 48 Stunden nach dem gemeldeten Rückkehrdatum beginnen kann.

Besucherregeln ↗

Wann ist die beste Reisezeit?

Ende Mai bis Mitte August. Dann ist es 24 Stunden hell. April und Mai eignen sich für Skitouren, weil das Wetter beständiger ist. Von Mitte Juli bis zum 1. August kann die Parkverwaltung Teile des Parks wegen Hochwasser sperren.

Wetter und beste Reisezeit ↗

Wo kann ich übernachten?

Am Tanquary Fiord steht eine Weatherhaven-Einheit mit vier Doppelzimmern, 37,25 $ pro Nacht bei Einzel- und 31,00 $ bei Doppelbelegung. Sonst zeltet man: feste Zeltplätze gibt es nicht, gezeltet werden darf fast überall — außer an Fundplätzen, in geschützten Bereichen, in Steinschlagzonen und in Lebensräumen von Wildtieren.

Übernachten im Park und in den Gemeinden ↗

Wie gefährlich ist es?

Die Parkverwaltung nennt Flussquerungen das größte Risiko für Sommerbesucher: Die gletschergespeisten Flüsse ändern ihren Pegel im Tagesverlauf. Dazu kommen Eisbären, die überall im Park auftreten können, abrupte Wetterwechsel und eine Rettung, die eine Woche oder länger dauern kann. Besucher müssen erfahren und zur Selbstrettung fähig sein.

Flussquerungen ↗

Quellen und Stand

Alle Angaben stammen von der Parkverwaltung und sind mit Datum geprüft.

  1. Parkverwaltung: Quttinirpaaq ↗
  2. Parks Canada: Gebühren ↗
  3. Betriebszeiten und Feldsaison ↗
  4. Anreise über Resolute Bay ↗
  5. Besuch planen ↗
  6. Einrichtungen und Ausrüstung im Park ↗
  7. Lizenzierte Anbieter und Veranstalter ↗
  8. Broschüren und topografische Karten ↗
  9. Wetter und beste Reisezeit ↗
  10. Aktivitäten im Park ↗
  11. Wandern ab Tanquary Fiord ↗
  12. Skidurchquerungen im Frühjahr ↗
  13. Auf den Gletschern ↗
  14. Aufbruch zum Nordpol ↗
  15. Übernachten im Park und in den Gemeinden ↗
  16. Sicherheit und Regeln ↗
  17. Besucherregeln ↗
  18. Notfall und Rettung ↗
  19. Kommunikation im Park ↗
  20. Sicher zelten ↗
  21. Flussquerungen ↗
  22. Steinschlag und Gelände ↗
  23. Berge, Gletscher, Lawinen ↗
  24. Navigation ohne Kompass ↗
  25. Wetter, Unterkühlung, Erfrierung ↗
  26. Sicherheit im Eisbärengebiet ↗
  27. Begegnungen vermeiden ↗
  28. Wenn ein Eisbär kommt ↗
  29. Zeltplatz im Bärengebiet ↗
  30. Abwehrmittel und Warnsysteme ↗
  31. Tiere ohne Scheu ↗
  32. Anreise mit Brennstoff und Abwehrmitteln ↗
  33. Aktuelle Verfügungen ↗
  34. Natur und Wissenschaft ↗
  35. Umwelt des Parks ↗
  36. Klima der Hocharktis ↗
  37. Ökosysteme und Lebensräume ↗
  38. Wissenschaft und Naturschutz ↗
  39. Gefährdete Arten ↗
  40. Forschung und Monitoring ↗
  41. Inuit Qaujimajatuqangit ↗
  42. Managementplan 2023 ↗
  43. Genehmigungen und Lizenzen ↗
  44. Verwaltung und Management ↗

Wie aktuell sind diese Angaben?

Recherche: 20.09.2026. Kein Live-Status. Termine gelten ausdrücklich für das genannte Jahr. Ein technisch erfolgreicher Abruf ist keine redaktionelle Bestätigung; veraltete automatische Werte werden ausgeblendet und durch den Quellenlink ersetzt.

Aktuelle Informationen des Parks ↗
Bild- und Kartennachweise

Foto: Ansgar Walk ↗ · CC BY-SA 2.5 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt. Bearbeitete Fassung unter der angegebenen Bildlizenz. Historisches Foto, kein Nachweis aktueller Bedingungen.

Standortnachweise: Die Parkverwaltung veröffentlicht für Quttinirpaaq keine Koordinaten; alle Punkte sind an einem OpenStreetMap-Objekt belegt. Markierungen sind keine Zufahrtsfreigabe. Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende.