Quttinirpaaq heißt auf Inuktitut „Land ganz oben auf der Welt“. Der Park schützt die östliche Hocharktis Kanadas: Eiskappen, abgetragene Berge, Polarwüste — und dazwischen eine Wärmeinsel.
Mehr als ein Drittel der Fläche liegt unter Eis. Die Eisfelder sind bis zu 900 Meter dick, aus ihnen ragen Nunatait auf, isolierte Berge von über 2.500 Metern. Unter dem gesamten Park liegt durchgehender Permafrost; die auftauende Schicht ist dünn, weshalb Pflanzen nur dort wachsen, wo Feuchtigkeit bleibt. In den Bergen dominieren Seggen, Gräser, Moose und Flechten.
Das Becken des Lake Hazen ist die Ausnahme. Geschützt von südlich ausgerichteten Bergen, versorgt von Gletscherwasser und beeinflusst vom Westgrönlandstrom, ist es wärmer und feuchter als alles ringsum. Hier liegen ausgedehnte nasse Tundrawiesen, hier leben Schneehase, Lemming, Hermelin, Polarfuchs, Polarwolf, Moschusochse und Peary-Karibu, dazu Schneegänse, Sterntaucher, Eiderenten, Alpenschneehuhn, Schneeammer, Steinwälzer und Regenpfeifer.
Die Parkverwaltung schreibt einen Satz, der viel über diesen Ort sagt: Die Tiere sind Menschen so wenig gewohnt, dass sie keine Furcht zeigen. Füchse und Wölfe können aus Neugier näher kommen — und Tollwut übertragen. Moschusochsen greifen an, wenn sie sich bedroht fühlen.
Drei Arten stehen unter besonderer Beobachtung: Porsilds Bryum, ein Moos, gilt als gefährdet; der Eisbär als potenziell gefährdet; das Peary-Karibu als gefährdet, mit dem Klimawandel als größter Bedrohung. Menschen sind hier seit Jahrtausenden unterwegs — archäologische Fundstellen reichen bis zu 4.000 Jahre zurück, oft als Zeltringe, Fuchsfallen und Vorratsdepots, für ungeübte Augen kaum zu erkennen.
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