Yellowstone ist ein Park über einer Magmakammer. Die Landschaft der vergangenen 150 Millionen Jahre wurde zusammengeschoben, auseinandergezogen, vergletschert, abgetragen und immer wieder von Vulkanismus überformt.
Was daraus entstand, ist ohne Beispiel: über 10.000 hydrothermale Erscheinungen auf einer Fläche, darunter rund 500 Geysire. Das ist die größte Ansammlung aktiver Geysire der Erde und mehr als die Hälfte aller Geysire weltweit — und zugleich der größte Bestand, der weitgehend ungestört geblieben ist. Dazu kommen Schlammtöpfe, Dampfaustritte und in Mammoth Hot Springs aktive Travertin-Terrassen, die es weltweit nur an wenigen Orten gibt.
Der Untergrund ist in Bewegung. Die Seismografen, die die University of Utah für das Yellowstone Volcano Observatory betreibt, registrieren jedes Jahr mehrere hundert bis mehrere tausend Erdbeben. Seit 2004 messen präzise GPS-Stationen und Radarsatelliten, wie sich der Boden hebt und senkt: 2006 stieg ein Teil der Caldera um bis zu sieben Zentimeter im Jahr, während der nördliche Rand absank. Am 30. März 2014 gab es vier Meilen nordnordöstlich des Norris Geyser Basin ein Beben der Stärke 4,8 — spürbar in Gardiner und West Yellowstone.
Der Park wurde 1872 gegründet, als erster Nationalpark der Welt, und zwar ausdrücklich wegen dieser Erscheinungen und wegen des Grand Canyon of the Yellowstone. Er ist heute Teil des Greater Yellowstone Ecosystem und wird überwiegend als Wildnis verwaltet.
Menschen sind hier seit mehr als 11.000 Jahren unterwegs. 27 Stämme haben Verbindungen zu diesem Gebiet und zu Ressourcen, die heute im Park liegen; viele Stämme und Gruppen nutzten ihn als Heimat, Jagdgebiet und Reiseweg — vor und nach der Ankunft europäischer Amerikaner.
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