NationalparkatlasJasmund entdecken
Nationalparks / Deutschland / Jasmund / Wissower Klinken
Kreidefelsen im Nationalpark

Mecklenburg-Vorpommern · Nationalpark Jasmund

Wissower Klinken

Kreidezinnen, die die Brandung aus dem Hinterland herausmodelliert hat — und weiter abträgt: rund 30 Zentimeter Küstenrückgang im Jahr.

ZugangHochuferwegZu Fuß ab Sassnitz, kein Parkplatz davor
KliffaktivRund 30 cm Küstenrückgang pro Jahr
Strand darunterLebensgefahrRegelmäßig brechen Brocken aus der Wand
QuellenstandJede Angabe führt zur Quelle des Betreibers oder der Verwaltung. Preise und Zeiten vor der Fahrt dort gegenprüfen.Zuletzt geprüft: 20.09.2026

Die Wissower Klinken: Zinnen aus Kreide, die nicht stehen bleiben

Südlich des Königsstuhls am Hochuferweg — und ein Kliff, das sich ständig verändert.

Die Wissower Klinken sind neben dem Königsstuhl die markanteste Kreidefelsformation im Nationalpark Jasmund. Erosion und Küstendynamik haben die Zinnen förmlich aus dem Hinterland herausmodelliert — und derselbe Prozess trägt sie weiter ab. Die Nationalparkverwaltung beziffert den Küstenrückgang auf rund 30 Zentimeter pro Jahr.

Zu sehen sind die Klinken vom Hochuferweg zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl, der auf zwölf Kilometern an der Kreideküste entlangführt. Eine Straße oder einen Parkplatz direkt davor gibt es nicht; wer herkommt, geht.

Der Geröllstrand unterhalb der Kreidefelsen ist kein Spazierweg: Dort besteht nach Angabe der Verwaltung Lebensgefahr, weil regelmäßig Gesteinsbrocken aus der Felswand brechen. Im August 2026 rutschten nördlich des Kollicker Ortes rund 4.500 Kubikmeter Geschiebemergel und Sand auf 45 Metern Breite den Hang hinab — der Schuttkegel reichte zehn Meter in die Ostsee.

Auch oben gilt Vorsicht: Absturzgefahr an der Kliffkante, und in den Kernzonen — 96 Prozent des Parks — ein absolutes Wegegebot. Der Nationalpark empfiehlt ausdrücklich, die Küste vom markierten Hochuferweg aus anzusehen und ihn nicht zu verlassen.

Nationalpark Jasmund: Küstendynamik ↗

Hinkommen

Nur zu Fuß — über den Hochuferweg.

Über den Hochuferweg

Der Hochuferweg führt auf zwölf Kilometern von Sassnitz am Kliff entlang zum Königsstuhl. Die Wissower Klinken liegen auf halbem Weg. Kürzere Runden sind die Wege bei Hagen und Kollicker Ort (9 km) und zum UNESCO-Welterbeforum (6 km).

Nationalpark Jasmund: Wege durch den Nationalpark ↗

Ab Sassnitz

Von Sassnitz sind es bis zum Königsstuhl acht Kilometer zu Fuß. Bahnhof, Stadthafen und der Parkplatz am Nationalpark sind über die Buslinie 23 angebunden.

Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL: Besuch planen ↗

Ab Hagen

Vom Großparkplatz Hagen sind es drei Kilometer zum Königsstuhl; von dort führt der Hochuferweg weiter nach Süden an die Klinken.

Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL: Besuch planen ↗

Kein Zugang von unten

Am Geröllstrand unterhalb der Kreidefelsen besteht Lebensgefahr. Wer die Formation sehen will, bleibt oben auf dem Weg — oder sieht sie vom Wasser aus.

Nationalpark Jasmund: Wandern ↗

Barrierearm ist anderswo

Rollstuhlgerecht ist der Weg vom Parkplatz Hagen zum Königsstuhl; der Weg zur Victoriasicht ist stufenlos, aber stellenweise über 18 Prozent steil. Für den Hochuferweg zu den Klinken nennt die Verwaltung keine barrierefreie Variante.

Nationalpark Jasmund: Ohne Barrieren unterwegs ↗
Die Kreidewand der Wissower Klinken im Sonnenlicht
Foto: Ule Rolff ↗ · CC BY-SA 4.0 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt
Blick vom Hochuferweg auf die Wissower Kreidefelsen
Foto: Asio otus ↗ · CC BY-SA 3.0 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt
Sonnenaufgang am Geröllstrand unter den Wissower Klinken
Foto: Remo Schulze ↗ · CC BY-SA 3.0 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt
Das Wissower Ufer mit weißer Kreidewand
Foto: Martin Kraft ↗ · CC BY-SA 4.0 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt
Abgebrochenes Gestein am Fuß der Kreidewand
Foto: Leonhard Lenz ↗ · CC0 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt

Was es kostet

Nichts — der Nationalpark ist frei zugänglich.

Kein Eintritt

Für die Wege im Nationalpark wird kein Eintritt erhoben. Bezahlt wird nur auf dem Gelände des Nationalpark-Zentrums KÖNIGSSTUHL.

Nationalpark Jasmund: Wandern ↗

Parken und Bus

Wer mit dem Auto anreist, stellt es am Großparkplatz Hagen ab; von dort fahren Pendelbusse zum Königsstuhl. Kombitickets mit Parkplatz und Shuttle verkauft das Zentrum.

Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL: Besuch planen ↗

Vom Wasser aus

Das Zentrum bietet ein Kombiticket mit einer Schifffahrt an der Kreideküste an — die Perspektive, aus der die Klinken als Zinnen erscheinen.

Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL: Besuch planen ↗

Wann es geht

Immer — aber nicht bei jedem Wetter.

Keine Öffnungszeiten

Der Hochuferweg ist jederzeit zugänglich. Öffnungszeiten hat nur das Nationalpark-Zentrum.

Nationalpark Jasmund: Wandern ↗

Bei Sturm besser nicht

Äste können herabfallen und Bäume umstürzen; bei starkem Wind rät die Verwaltung, den Wald zu meiden. An der Kliffkante kommt die Absturzgefahr dazu.

Nationalpark Jasmund: Regeln für Besucher ↗

Nach Regen und im Tauwetter

Kliffabbrüche drohen immer, besonders aber nach starken Niederschlägen und beim einsetzenden Tauwetter im Frühjahr.

Nationalpark Jasmund: Regeln für Besucher ↗

Das Licht

Durch die Witterung platzt die vorderste Kreideschicht ab, darunter kommt eine strahlend weiße Wand zum Vorschein. Am hellsten wirkt die Küste deshalb nach nassen, stürmischen Wochen.

Nationalpark Jasmund: Die Steilküste ↗

Vor Ort

Was die Klinken sind — und was in ihnen lebt.

Herausmodelliert

Die markanten Zinnen wie der Königsstuhl oder die Wissower Klinken wurden durch Erosion und Küstendynamik aus dem Hinterland herausmodelliert. Der Prozess läuft weiter — es werden neue Formationen entstehen.

Nationalpark Jasmund: Küstendynamik ↗

Zwei Kilometer in 7.000 Jahren

Seit Beginn der Litorina-Transgression vor rund 7.000 Jahren ist die Küstenlinie um knapp zwei Kilometer zurückgegangen, im Schnitt etwa 30 Zentimeter pro Jahr.

Nationalpark Jasmund: Küstendynamik ↗

Die höchste Steilküste im südlichen Baltikum

Das aktive Kliff bleibt steil, weil die Brandung das abgebrochene Material vom Strand ins Meer schwemmt und immer neues nachrutscht.

Nationalpark Jasmund: Die Steilküste ↗

Wer hier brütet

An den aktiven Steilufern finden Uferschwalben und Wanderfalken ideale Bedingungen. Ruhigere Abschnitte verbuschen und werden mit den Jahrzehnten zu artenreichem Hangwald.

Nationalpark Jasmund: Die Steilküste ↗

70 Millionen Jahre im Anschnitt

Die Kreideküste ist der größte und bedeutendste geologische Aufschluss Norddeutschlands — ein Schnitt durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte aus Kreide, Sand, Lehm, Mergel und Findlingen.

Nationalpark Jasmund: Kreide und Fossilien ↗

Fossilien

Die Schreibkreide besteht selbst aus Fossilien: aus den Kalkplättchen winziger Algen. Größere Fossilien wie Seeigel lassen sich mit Glück am Strand finden — mitnehmen darf man im Nationalpark allerdings nichts.

Nationalpark Jasmund: Kreide und Fossilien ↗

Karte und Orte

Vier Punkte, jeder an einem OpenStreetMap-Objekt belegt.

Orientierung vor Ort

Orte an diesem Punkt

Wähle einen Ort, um seine Lage und den Nachweis dazu zu sehen.

Vier Punkte, jeder an einem OpenStreetMap-Objekt belegt. Die Karte zeigt keine Wegverläufe und keine Parkgrenzen.

Gut zu wissen

Die Regeln an einer Küste, die sich nicht berechnen lässt.

Lebensgefahr unter dem Kliff

Am Geröllstrand unterhalb der Kreidefelsen besteht Lebensgefahr: Regelmäßig brechen Brocken aus der Wand. Sicher ist nur, wer diese Bereiche meidet.

Nationalpark Jasmund: Wandern ↗

Der jüngste Abbruch

Im August 2026 rutschten nördlich des Kollicker Ortes rund 4.500 Kubikmeter Geschiebemergel und Sand auf 45 Metern Breite ab; der Schuttkegel reichte zehn Meter in die Ostsee. „Die Dynamik dieser Küste ist einfach nicht berechenbar“, sagt der Geologe des Nationalparks.

Nationalpark Jasmund: Abbruch an der Steilküste ↗

Auf dem Weg bleiben

Das Nationalparkamt empfiehlt, die Küste vom markierten Hochuferweg aus zu bestaunen und ihn nicht zu verlassen — zum Schutz der Natur und des eigenen Lebens.

Nationalpark Jasmund: Abbruch an der Steilküste ↗

Absolutes Wegegebot

In den Kernzonen gilt absolutes Wegegebot. Hunde bleiben an der Leine, Drohnen sind im gesamten Nationalpark verboten, Feuer und Übernachten ebenso.

Nationalpark Jasmund: Regeln für Besucher ↗

Nichts mitnehmen

Pflanzen und Pilze bleiben stehen, der Müll kommt wieder mit: „nichts reintragen — nichts raustragen“.

Nationalpark Jasmund: Regeln für Besucher ↗

Kein Wassersport

In der rund 500 Meter breiten Wasserzone vor der Küste sind Kajak, SUP, Surfen, Motor- und Segelboote untersagt; Angeln ist im gesamten Schutzgebiet nicht erlaubt.

Nationalpark Jasmund: Wassersport und Angeln ↗

In der Nähe

Orte mit eigener Seite im selben Nationalpark — und was sonst in Reichweite liegt. Die Kilometerangabe ist Luftlinie, keine Fahrstrecke.

Quellen und Stand

Betreiber, Gemeinde und Parkverwaltung — jede Angabe einzeln belegt.

  1. Nationalpark Jasmund: Küstendynamik ↗
  2. Nationalpark Jasmund: Die Steilküste ↗
  3. Nationalpark Jasmund: Abbruch an der Steilküste ↗
  4. Nationalpark Jasmund: Regeln für Besucher ↗
  5. Nationalpark Jasmund: Wandern ↗
  6. Nationalpark Jasmund: Wege durch den Nationalpark ↗
  7. Nationalpark Jasmund: Steckbrief ↗
  8. Nationalpark Jasmund: Kreide und Fossilien ↗
  9. Nationalpark Jasmund: Wasser im Nationalpark ↗
  10. Nationalpark Jasmund: Wassersport und Angeln ↗
  11. Nationalpark Jasmund: UNESCO-Welterbe ↗
  12. Nationalpark Jasmund: Wälder ↗
  13. Nationalpark Jasmund: Ohne Barrieren unterwegs ↗
  14. Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL: Besuch planen ↗

Wie aktuell sind diese Angaben?

Recherche: 20.09.2026. Kein Live-Status. Preise, Fahrpläne und Öffnungszeiten ändern sich; vor der Fahrt bitte beim Betreiber gegenprüfen.

Aktuelle Informationen des Betreibers ↗
Bild- und Kartennachweise

Foto: Leonhard Lenz ↗ · CC0 ↗ · verkleinert, WebP, Darstellungszuschnitt.

Standortnachweise: Jeder Punkt auf der Karte führt zu dem OpenStreetMap-Objekt, aus dem seine Koordinate stammt. Markierungen sind keine Zufahrtsfreigabe. Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende.