Deutschlands ältester Nationalpark, seit dem 7. Oktober 1970 — und das am längsten laufende Wildnis-Experiment des Landes auf 24.945 Hektar.
Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde am 7. Oktober 1970 als erster Nationalpark der Bundesrepublik eröffnet. Erweitert wurde er am 1. August 1997 und noch einmal am 23. Juni 2022; heute umfasst er 24.945 Hektar an der Grenze zu Tschechien. Getragen wird er von der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald.
98 Prozent der Fläche sind Wald, und 75,37 Prozent gehören zur Naturzone, in der kein Eingriff mehr stattfindet. Die höchsten Berge sind der Große Rachel mit 1.453 Metern, der Lusen mit 1.373 und der Große Falkenstein mit 1.315 Metern. Ab etwa 1.200 Metern beginnt der Bergfichtenwald.
Was diesen Park von den jüngeren unterscheidet, ist der Vorsprung. Als in den 1990er Jahren Stürme und Borkenkäfer die Fichtenbestände zerlegten, gab es heftigen Streit darüber, ob man das Holz räumen solle. Der Park ließ es liegen. Aus den grauen Skeletten wuchs ein neuer, vielfältigerer Wald — dieselbe Entwicklung, die der Harz gerade erst beginnt, ist hier über fünfzig Jahre alt.
Praktisch fällt der Park durch zwei ungewöhnliche Freiheiten auf. Über die Hälfte der Fläche darf ganzjährig frei betreten werden; ein Wegegebot gilt nur in Hochlagen und Mooren. Und Pilze und Beeren dürfen für den Hausgebrauch gesammelt werden — in den meisten deutschen Nationalparken ist beides untersagt.
Gemeinsam mit dem tschechischen Nationalpark Šumava bildet der Bayerische Wald das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Der Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein steht dabei buchstäblich auf beiden Staatsgebieten.
Der Nationalpark im Porträt ↗