Das Kehlsteinhaus liegt auf 1.834 Metern über Berchtesgaden. Es gehört nicht zum Nationalpark Berchtesgaden: Eine Punkt-im-Polygon-Prüfung gegen die Parkgrenze, die OpenStreetMap für den Nationalpark führt, ergibt für das Haus und das Gipfelkreuz am Kehlstein — außerhalb. Der Kehlstein ist ein Ziel am Obersalzberg, kein Ort im Schutzgebiet.
Die zweite Festlegung betrifft die Anfahrt: Die Auffahrt über die Kehlsteinstraße ist nur mit den Spezialbussen der Kehlsteinlinie möglich, die am Parkplatz Obersalzberg beginnt. Seit 1952 ist die Straße für den Individualverkehr gesperrt und ein Linienverkehr eingerichtet. Im Winter ist das Kehlsteinhaus geschlossen; dann ist die Kehlsteinstraße wegen höchster Lawinengefahr gesperrt.
Historisch ist der Ort kein neutraler Aussichtspunkt. Am Obersalzberg befand sich zwischen 1933 und 1945 das neben Berlin wichtigste Machtzentrum der nationalsozialistischen Diktatur, in dem über Verfolgung, Krieg und Völkermord entschieden wurde. Das Kehlsteinhaus wurde 1937/38 als Repräsentationsort gebaut; entgegen einer verbreiteten Annahme war es kein Geschenk zu Hitlers 50. Geburtstag. Tatsächlich blieb seine Bedeutung gering — Hitler besuchte es nur selten.
Heute wird es seit 1952 als Berggaststätte geführt. Eine Ausstellung des Instituts für Zeitgeschichte auf der Sonnenterrasse ordnet die Geschichte auf 14 Tafeln ein; der Eintritt in die Dokumentation Obersalzberg am selben Tag ist im Busticket enthalten. Führungen im Bereich der Berggaststätte sind nicht gestattet.
Kehlsteinhaus: Ausflugsziel, Anfahrt und Barrierefreiheit ↗