Der drittgrößte Nationalpark Deutschlands — und der einzige, bei dem 83 Prozent der Fläche unter Wasser liegen.
Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft umfasst 786 Quadratkilometer zwischen Fischland-Darß-Zingst, den Boddengewässern und Teilen von Hiddensee und Westrügen. Damit ist er der drittgrößte Nationalpark Deutschlands. Getragen wird er vom Nationalparkamt Vorpommern, das auch für Jasmund zuständig ist.
Seine auffälligste Zahl: „83 % seiner Fläche sind Ostsee, Wattflächen und Lagunen.“ Der Park schützt vor allem Wasser. Das ändert auch, wie man ihn besucht — man betritt ihn selten, man sieht ihn vom Ufer, von einer Plattform oder vom Schiff aus.
Auf der Landseite stehen zwei Landschaften nebeneinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Vorn die Außenküste mit dem Weststrand: Treibholz, umgestürzte Bäume, kein Strandkorb — eine der wenigen weitgehend unverbauten Küsten Deutschlands. Dahinter der Darßer Wald mit seinen windgeformten Bäumen. Am Darßer Ort landet bis heute Sand an; die Küste wächst dort weiter, und der Park lässt sie.
Im Herbst wird das Gebiet zu einem der bedeutendsten Kranichrastplätze Europas. Die flachen Bodden bieten sichere Schlafplätze im Wasser, die Felder ringsum die Nahrung. Der abendliche Einflug zur Dämmerung ist das Ereignis des Jahres — und der Grund für die strengsten Zeitregeln aller Parks in diesem Atlas.
Von Anfang September bis Anfang November ist die Sundische Wiese täglich ab 15 Uhr bis 8 Uhr gesperrt, und für die Abendbeobachtung braucht man eine Nationalpark-Card. Das klingt streng, ist aber die Bedingung dafür, dass die Vögel bleiben.
Nationalparkamt Vorpommern ↗