Aussichtsturm am Radrundweg zwischen Boek und Schwarzenhof, mit Blick über den gesamten Müritz-Teil des Nationalparks.
Den Besuch im Müritz-Nationalpark planen
Offen für alle, mit Wegegebot
„Jeder kann jederzeit in den Müritz-Nationalpark gehen.“ Das gilt mit einer Einschränkung, die den ganzen Park prägt: „In der Kernzone sowie in der Pflegezone ist das Betreten außerhalb der Straßen und Wege verboten!“
Die Verwaltung empfiehlt für das Müritz-Ostufer ausdrücklich das Rad: den Rundweg „Blauer Radfahrer“ zwischen Boek und Schwarzenhof. „Auf dem Weg liegt der Käflingsbergturm, von dem der Blick über den gesamten Müritz-Teil des Nationalparks möglich ist.“
Vom Aussichtsturm auf dem Käflingsberg reicht der Blick „über den gesamten Müritz-Teil des Nationalparks“. Er liegt am Radrundweg zwischen Boek und Schwarzenhof und ist nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
Kleiner Ort im Osten des Parks, umgeben von alten Buchenwäldern — seit 2011 UNESCO-Weltnaturerbe.
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Zwei Teilgebiete, zwei Charaktere
Der westliche Müritz-Teil liegt am flachen Ostufer des Sees: Röhrichte, Moore und Sumpfwälder. Der östliche Serrahner Teil ist alter Buchenwald im Hügelland — seit 2011 UNESCO-Welterbe. Wer beide sehen will, plant zwei Tage.
Im Serrahner Buchenwald ist das Frühjahr die eigene Saison: „Der Sauerklee kündigt das Frühlingserwachen im Buchenwald an.“ Bevor die Buchen austreiben, blüht der Waldboden — danach wird es unter dem Kronendach dunkel.
„Insgesamt 94 wertvolle Waldgebiete aus 18 europäischen Ländern repräsentieren die größte serielle Welterbestätte weltweit.“ Serrahn ist ein Baustein davon — kein Solitär, sondern Teil einer europäischen Kette.
Barrierefreies Informationshaus sieben Kilometer südöstlich von Waren, April bis Oktober täglich geöffnet.
In die Seenplatte kommen
Mit dem Bus mitten hinein
Die Nationalparklinie von „Müritz rundum“ fährt quer durch den westlichen Teil, „zum Teil auf nur für Anwohner frei gegebenen Strecken“. Den östlichen Teil mit dem Welterbe-Buchenwald erschließt die MVVG-Linie 619.
Sieben Kilometer südöstlich von Waren (Müritz), barrierefrei zugänglich, „geöffnet April bis Oktober täglich 10:00 – 17:00 Uhr“. In der Saison im Stundentakt mit der Bus-Linie des Nationalpark-Tickets ab Waren erreichbar.
Südlicher Zugang am Müritz-Ostufer, Endpunkt des Rundwegs vom Käflingsberg.
Was hier lebt
Kiefern heute, Buchen morgen
„Dreiviertel der Waldgebiete sind Kiefernwälder.“ Das ist ein Erbe der Übernutzung: Auf ausgelaugten Sandböden pflanzten Forstleute Kiefern. Sich selbst überlassen, führt der Weg zurück — „Mit den Eichen wird aus dem Nadelwald ein Laubwald und schließlich ist der Boden für Buchen bereitet.“
Liegt mitten im Nationalpark an der Bahnstrecke Rostock–Berlin. Hier informiert das „Flatterhus“, und vom Käbelicksee startet die Kanutour auf der jungen Havel.
Was der Besuch kostet
Schwarzenhof und Kratzeburg
Schwarzenhof zeigt die Ausstellung „Wasserdicht, daunenwarm, federleicht – Vögel und ihre Federn“, geöffnet zu Ostern und von Mai bis Oktober täglich 10:00 – 16:00 Uhr. In Kratzeburg informiert das „Flatterhus“; der Ort liegt mitten im Nationalpark an der Bahnstrecke Rostock–Berlin.
„Einige Seen und Flüsse im Gebiet können mit dem Kanu befahren werden.“ Und klar dagegengesetzt: „Verboten ist das Befahren der Nationalparkgewässer mit Motorbooten, sowie das Segeln, Surfen und Tauchen.“ Die schönste Kanustrecke beginnt am Käbelicksee und folgt der jungen Havel flussabwärts.
Flacher See im Westteil, bekannt für Kranichrast und Seeadler. Beobachtet wird von den Plattformen aus.
Was hier lebt
Seeadler, Fischadler, Kraniche
Der Park ist ein Vogelrevier mit Spannweiten „von zwei Meter“ abwärts: Seeadler und Fischadler über den Seen, Kraniche auf den Wiesen, dazu Rohrdommel, Eisvogel, Singschwan und Wiedehopf. Die Beobachtungsplattformen sind dafür gebaut — leise sein erhöht die Chance.
Einer der 107 Seen im Park, zwischen Schwarzenhof und Boek gelegen; der Specker Wold gehört zu den größten Mooren.
Was hier lebt
107 Seen und über 400 Moore
„Im Nationalpark liegen 107 Seen mit einer Größe über 10.000 m² sowie viele kleinere Gewässer.“ Dazu „über 400 Moore. Sie sind zwischen einem halben und mehr als 5 km² groß.“ Die größten sind der Röbelsche und der Specker Wold am Ostufer der Müritz.
Am Nordrand des Parks entspringt die Havel einem Quellmoor. Von hier führen Wanderungen nach Kratzeburg.
Orte im Überblick
Wo die Havel anfängt
Am Nordrand verläuft die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee. „So einem Quellmoor entspringt die Havel bei Ankershagen und durchfließt anschließend viele Seen und Moore.“ Erlebbar auf Wanderungen zwischen Ankershagen und Kratzeburg.
Größte Stadt am Nordufer der Müritz und Bahnknoten. Die Stadt liegt außerhalb des Nationalparks, ist aber sein wichtigstes Eingangstor.
In die Seenplatte kommen
Waren und Neustrelitz sind die Tore
„Als wichtige Eingangstore zum Müritz-Nationalpark sind Waren und Neustrelitz an den Nah- und Fernverkehr angebunden.“ Der Park ist eines von 23 Fahrtziel-Natur-Gebieten, also ausdrücklich auf Anreise ohne Auto ausgelegt.
Die beiden Eingangstore bieten die größte Auswahl und die beste Bahnanbindung. Wer näher am Park wohnen will, findet in Federow, Schwarzenhof, Boek und Kratzeburg kleine Häuser direkt an den Zugängen.