Der Ngorongoro-Krater ist die größte unversehrte Caldera der Erde: 260 Quadratkilometer Boden, 610 Meter tief, mit über 25.000 Tieren, die zum großen Teil nie hinausgehen. Er ist kein Nationalpark, sondern das Herz einer Conservation Area, in der Maasai mit ihren Herden leben und eine eigene Behörde die Regeln macht.
Vor rund 2,5 Millionen Jahren stürzte ein Vulkan, so groß wie der Kilimandscharo, in sich zusammen. Der Kessel, der blieb, hat Grasland, Sümpfe, einen Sodasee und einen Fieberbaumwald, und weil Wasser das ganze Jahr da ist, bleiben die Tiere: Büffel, Spitzmaulnashörner, alte Elefantenbullen, Flusspferde, und laut UNESCO die dichteste bekannte Löwenpopulation. Giraffen fehlen, die Wände sind ihnen zu steil.
Was der Besuch kostet, steht in der Tarifliste der Behörde: 70,80 US-Dollar je Person und Tag für Gäste von außerhalb Ostafrikas, dazu 47,20 US-Dollar für ein ausländisch zugelassenes Fahrzeug und, das ist die Besonderheit, 295 US-Dollar je Fahrzeug für jeden Abstieg in den Krater. Jede Genehmigung gilt für eine Einfahrt innerhalb von 24 Stunden. Tagestouren ab Arusha preisen das ein; wer selbst fährt, zahlt es am Tor, und die Behörde bittet, vorher online zu zahlen.
Der Tag hat feste Grenzen. Die Tore des Schutzgebiets öffnen um 6 und schließen um 18 Uhr, die Abfahrten in den Krater um 16 Uhr; bis 18 Uhr muss jedes Fahrzeug wieder oben sein. Auf den Boden dürfen nur Allradfahrzeuge bis 3,5 Tonnen mit lizenziertem Guide, höchstens fünf an einer Sichtung, 25 Meter Abstand, niemand steigt aus. Wandern ist im Krater verboten und am Rand, im Empakaai, im Olmoti nur mit bewaffnetem Ranger erlaubt.
Das Schutzgebiet ist mehr als der Krater. Im Westen liegen die Olduvai-Schlucht, in der die Leakeys Zinjanthropus und Homo habilis fanden, die wandernde Aschedüne Shifting Sands und Laetoli mit den 3,6 Millionen Jahre alten Fußspuren; die UNESCO hat das Gebiet 1979 als Naturerbe und 2010 als Kulturerbe eingetragen. Nach Norden schließen die Krater Olmoti und Empakaai an, bei Ndutu kalben von Dezember bis März die Gnus der großen Wanderung.
Die Behörde, die Ngorongoro Conservation Area Authority, verwaltet das Gebiet seit 1959 mit drei Aufträgen: Natur und Kultur schützen, Tourismus entwickeln, das Wohl der Bewohner verbessern. Rund 20.000 Maasai lebten bei der Welterbe-Eintragung hier; Ackerbau ist verboten, ihre Rinder gehören zur Landschaft. Fotografiert werden sie nur in den ausgewiesenen Dörfern.
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