Ortsteil von Schwedt mit dem Nationalparkhaus, der Nationalparkverwaltung und dem Schlosspark.
Was der Besuch kostet
Nationalparkhaus Criewen
Das Besucherzentrum wurde im September 2000 eröffnet. Geöffnet von April bis Oktober Montag bis Sonntag 9 bis 17 Uhr, von November bis März Freitag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr; „zusätzlich ist in den Schulferien des Landes Brandenburg geöffnet“. Gruppen ganzjährig nach Vereinbarung.
Die Ausstellung führt durch 13 Bereiche — mit einem Oder-Aquarium, in dem „mehr als 20 heimische Fischarten“ schwimmen, einem Bluebox-System für den Flug aus der Vogelperspektive und einer Zeitreise ins Jahr 2095. Einen Eintrittspreis nennt die Verwaltung auf dieser Seite nicht.
Der Ortsteil Criewen beherbergt Nationalparkhaus und Verwaltung und liegt am Schlosspark. Wer früh am Morgen an den Türmen sein will, wohnt hier oder in Gartz am nördlichen Ende.
Mit über 30.000 Einwohnern die größte Stadt der Uckermark — und direkter Nachbar von Raffinerie und Papierfabrik.
Den Besuch im Unteren Odertal planen
Polder statt Wildnis von Anfang an
„Das Gebiet wird geprägt durch die sogenannten Polder, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach holländischem Vorbild für den Hochwasserschutz eingerichtet wurden, um dem Fluss bei hohen Wasserständen Raum zu geben.“ Im Winter geflutet, im Sommer Wiese — das ist der Rhythmus dieses Parks.
„RB 66 ab Szczecin/Glowny Richtung S+U Gesundbrunnen Bhf (Berlin), Ausstieg in Angermünde“, dann ebenfalls Linie 468. Fahrzeit etwa zwei Stunden. Ab Bahnhof Schwedt/Oder Mitte sind es mit dem Bus rund 20 Minuten.
„Das unmittelbare Nebeneinander von großen Industriebetrieben wie der PCK Raffinerie GmbH oder der Leipa-Papierfabrik und dem Nationalpark zählt zu den besonderen Merkmalen des Schutzgebietes.“ Die Gesetzesnovelle von 2006 sollte genau diesen Ausgleich schaffen.
„Die größte vom Nationalpark umgebende Kommune ist die Nationalparkstadt Schwedt/Oder, die mit über 30.000 Einwohnern auch die größte Stadt der Uckermark ist.“ Hier ist die Auswahl am größten.
Am Südrand der Stadt steht ein Beobachtungsturm direkt am Oder-Neiße-Radweg — der Platz für den Kranichflug im Oktober.
Wann sich die Fahrt lohnt
Oktober: bis zu 15.000 Kraniche
„Alljährlich im Oktober suchen für einige Wochen bis zu 15.000 Kraniche im nördlichen Odertal ihre Schlafplätze auf.“ Die Kraniche schlafen auf der polnischen Seite zwischen West- und Ostoder und suchen tagsüber Nahrung auf den Feldern um Gartz — morgens und abends fliegen sie dazwischen hin und her.
„Seit den 1990er Jahren ermöglichen zwei Beobachtungstürme und eine Beobachtungshütte die ungestörte Beobachtung der Vogelwelt im Unteren Odertal.“ Einer steht am Südrand von Gartz direkt am Oder-Neiße-Radweg — der beste Platz für den Kranichflug.
Die Kranichschlafplätze liegen drüben: „Die Kraniche finden auf den seit 70 Jahren ungenutzten Flächen des polnischen Zwischenoderlandes zwischen der West- und der Ostoder ungestörte Schlafplätze.“ Was man von Gartz aus sieht, ist ihr Pendelflug.
Standort eines Beobachtungsturms; hier misst die Verwaltung den Pegelstand der Oder, den sie täglich veröffentlicht.
Unterwegs in der Aue
Drei Kanurouten, nur geführt
„Auf drei festgelegten Routen können die Kanuten in die geheimnisvolle Wasserwelt des Odertals eintauchen. Tour 1 und 2 führen auf 7,2 bzw. 11 Kilometer langen Rundfahrten durch die Polderlandschaft auf den Altwässern der Oder.“ Ausgebildete Kanuführer weisen den Weg.
Die Verwaltung führt eine eigene Seite mit Sperrungen und den Pegelständen der Oder bei Stützkow. In einem Auennationalpark ist das keine Formalie: Bei Hochwasser sind Wege und Deichabschnitte nicht begehbar.
Nördlichster der Beobachtungstürme, nahe der polnischen Grenze.
Orte im Überblick
Ein Naturraum über die Grenze
„Der Nationalpark bildet einen einheitlichen Naturraum mit der polnischen Seite des Unteren Odertals.“ Er grenzt an den Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry und den Cedyński Park Krajobrazowy; die Verwaltungen arbeiten im grenzüberschreitenden Schutzgebietsverbund zusammen.
Umsteigebahnhof für alle Anreisen: von hier fährt die Nationalpark-Buslinie 468 nach Criewen und Schwedt.
Ins Odertal kommen
Über Angermünde nach Criewen
„RE3 ab Berlin / Hbf Richtung Schwedt oder Stralsund, Ausstieg in Angermünde“, dort am Bahnhofsvorplatz umsteigen in die Nationalpark-Buslinie 468, Ausstieg „Criewen Nationalparkzentrum“. Fahrzeit rund anderthalb Stunden.
Mit dem RE3 ab Angermünde ist Berlin in gut einer Stunde erreicht — das Odertal ist einer der wenigen Nationalparks, die sich als Tagesausflug aus einer Großstadt machen lassen.
Südlichster Punkt des Nationalparks; hier beginnt die 50 Kilometer lange Kette der Polder.
Orte im Überblick
50 Kilometer am Fluss entlang
Der Park „erstreckt sich am westlichen Uferrand der Oder von Hohensaaten im Süden bis Staffelde im Norden“. Westlich davon liegt eine über 17.000 Hektar große Pufferzone, das Landschaftsschutzgebiet „Nationalparkregion Unteres Odertal“.
Am Südrand liegt der Gellmersdorfer Forst — einer der Reste ursprünglicher Wälder an den steilen Talrändern.
Was hier lebt
Von Seerosen bis Steppenrasen
„Stille, von Seerosen und Schwimmfarn bedeckte Altwässer gehören ebenso zum Nationalpark wie bunte Auenwiesen mit Brenndolde und Alant.“ An den Oderhängen wachsen naturnahe Laubmischwälder, dazu „bunt blühende Trockenrasen“ mit Steppenarten wie dem Frühlingsadonisröschen.