Das Kirnitzschtal: eine Straßenbahn, ein Bach und der Weg nach hinten hinaus
Wer zum Kuhstall, zu den Schrammsteinen oder zu den Schleusen will, kommt hier durch.
Das Kirnitzschtal zieht sich von Bad Schandau nach Osten in die Hintere Sächsische Schweiz. Auf etwa acht Kilometern begleitet die meterspurige Kirnitzschtalbahn seit 1898 den Bach bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Nach Angabe des Betreibers ist sie einer der kleinsten Straßenbahnbetriebe Deutschlands und der einzige, der in einen Nationalpark einfährt.
Von allen Haltestellen führen Wanderwege in die Felsen: zu den Schrammsteinen, den Affensteinen, den Winterbergen und zum Kuhstall. Die Nationalparkverwaltung nennt die Bahn ausdrücklich als Startpunkt für Touren; für den Kuhstall rät sie, mit Bus oder Bahn bis zum Lichtenhainer Wasserfall zu fahren, weil die Parkplätze im Tal meist schnell belegt sind.
Liegt das Tal im Nationalpark? Zum größten Teil ja. Ein Abgleich der Haltestellen mit der Parkgrenze in OpenStreetMap zeigt: Die Endstelle Bad Schandau Kurpark, das Depot und die Haltestelle Waldhäus’l liegen außerhalb, ab der Ostrauer Mühle verläuft die Strecke innerhalb der Grenze. Der Lichtenhainer Wasserfall selbst liegt knapp einen Kilometer innerhalb des Parks.
Der Wasserfall ist ein kleines Stück Inszenierung. Der Lichtenhainer Dorfbach wird seit 1830 mit einem Wehr angestaut, weil der natürliche Fall den Reisenden zu bescheiden war. Die historische Stauanlage wurde 1994 restauriert; seitdem wird das Wehr wieder alle halbe Stunde gezogen und das Wasser schießt für einige Minuten über die Felsen.
Daraus folgt der Takt eines Besuchs: Bahn und Wasserfall arbeiten beide im Halbstundenrhythmus. Wer mit der Bahn ankommt, hat bis zum nächsten Schwall meist nur ein paar Minuten zu warten – und danach die Wahl zwischen der Rückfahrt, dem Aufstieg zum Kuhstall oder einer Einkehr am Endpunkt.
In Zahlen
- Strecke
- rund 8 km, Meterspur
- In Betrieb seit
- 1898
- Sommertakt
- alle 30 Minuten
- Fahrzeit bis zum Wasserfall
- rund 30 Minuten
- Wehr am Wasserfall
- seit 1830
- Stauanlage restauriert
- 1994
- Einzelfahrt
- 7,00 €
- Tageskarte
- 10,00 €












