Wattwanderung: wer führen darf, wohin es geht
Drei Nationalparks, drei Regelwerke – und eine Konstante: Die Tide bestimmt den Fahrplan.
Wer in Niedersachsen Führungen auf Wattflächen anbietet, braucht grundsätzlich eine staatliche Genehmigung. Zuständig ist die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei; erteilt wird sie nach einem Prüfungsgespräch, für bestimmte Gebiete oder Strecken und für höchstens sechs Jahre.
Die Verordnung schließt manche Wege ganz aus: Für Wattführungen zwischen den Inseln sowie zwischen dem Festland und Borkum, Juist, Mellum, Memmert und Wangerooge wird keine Genehmigung erteilt. Zu Fuß über das Watt gehen geführte Touren deshalb nach Norderney, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog – und von Cuxhaven aus zur Hamburger Insel Neuwerk.
Der Weg nach Neuwerk ist mit Buschpricken markiert und führt von Duhnen oder Sahlenburg aus zuerst durch den niedersächsischen, dann durch den hamburgischen Nationalpark. Eine Richtung übernimmt je nach Tidekalender das Schiff MS „Flipper“ der Reederei Cassen Eils, denn hin und zurück zu Fuß geht es innerhalb einer Ebbe nicht.
In Schleswig-Holstein bildet die Nationalparkverwaltung seit 1999 zertifizierte Nationalpark-Wattführer aus; 2024 zählte sie 50 Nationalparkführer für Watt, Gäste und Vögel. Sie führen vor Büsum, Dagebüll und Lüttmoorsiel, auf Sylt und Föhr und zu Halligen wie Oland und Nordstrandischmoor.
Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer: Informationen für Wattführer*innen ↗
In Zahlen
- Größte Gruppe je Wattführer
- 30 Personen
- Mehrere Wattführer zusammen
- höchstens 50 Personen
- Mindestsichtweite bei Beginn
- 1.000 m
- Kinder unter 8 Jahren
- nicht bei Touren über 90 Minuten im Watt
- Genehmigung gilt
- höchstens 6 Jahre
- Wattweg Sahlenburg–Neuwerk
- rund 10 km
- Neßmersiel–Baltrum
- ca. 7 km · ca. 3 h
- Nationalparkführer in Schleswig-Holstein
- 50, Watt-, Gäste- und Vogelführer (2024)










